Gruppensprecherwechsel: Dagmar – Rainer

Sprecherwechsel Dagmar – Rainer

Bild: OVB

14.03.2010   Fast 30 Jahre lang war Dagmar Dieterle Sprecherin der Rosenheimer Gruppe von Amnesty International. Jetzt hat sie das Amt an Rainer Siwitza übergeben. Er wird gemeinsam mit ihr und den anderen Gruppenmitgliedern den Kampf für die Einhaltung der Menschenrechte weiterführen.

Rosenheim – Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer empfing die beiden in ihrem Amtszimmer, um Dagmar Dieterle für ihr Engagement zu danken und Rainer Siwitza Erfolg zu wünschen im Einsatz für die Menschenrechte, gegen die Todesstrafe, gegen Folter und das Verschwindenlassen von unliebsamen Regimegegnern in vielen Ländern dieser Erde.

Die OB verfolgt die Arbeit von Amnesty International mit großem Interesse und unterstützt die Ziele der Organisation. Als Dank für die langjährige Arbeit überreichte sie Dagmar Dieterle das gerade vorgestellte Buch „Rosenheim – Geschichte und Kultur“. Anerkennend stellte die Oberbürgermeisterin fest, dass die Gruppe trotz zahlreicher Aktionen nie Mittel der Stadt beansprucht hat, sondern die Arbeit durch Spenden finanziert.

„Man braucht einen langen Atem“

„Wer sich bei Amnesty International engagiert, braucht einen langen Atem, aber es lohnt sich“, ist das Resümee von Dagmar Dieterle. Wer auf schnelle Erfolge hofft, werde allerdings auch schnell enttäuscht sein. Nicht immer habe die Gruppe ihre Ziele erreichen können. Als Beispiel führt Dieterle die Menschenrechte in China an. Wer geglaubt habe, die Situation würde sich bessern, weil die Welt bei den Olympischen Spielen nach Peking blickte, müsse heute einräumen, dass die Menschenrechte dort immer noch keine große Rolle spielen. Nur nicht nachlassen, nur nicht aufhören, an Regierungen zu appellieren und sich für unschuldig Verfolgte einzusetzen. Nach diesem Motto verfährt die Rosenheimer Gruppe seit ihrer Gründung 1977, kurz bevor der Organisation der Friedensnobelpreis verliehen wurde. Wenn sich die Arbeit wieder einmal besonders zäh gestaltet, erinnern sich die Mitglieder an das, was sie erreicht haben. Sie halfen der Familie eines in Uruguay verhafteten politischen Gefangenen, sie setzten gemeinsam mit vielen anderen Gruppen auf der ganzen Welt die Freilassung eines nepalesischen Menschenrechtlers durch und erreichten Hafterleichterungen für andere Inhaftierte.

Wunsch: Mehr junge Leute

In den 90er-Jahren gab es den größten Grund zur Freude: Said al Tabal, ein marokkanischer Gewerkschaftsfunktionär, den die Gruppe betreute, kam vorzeitig aus dem Gefängnis frei. Er besuchte die Rosenheimer kurz nach seiner Freilassung und schilderte eindrücklich, wie wichtig für ihn das Wissen war, dass es Menschen gab, die sich um sein Schicksal kümmerten: „Ich habe durchhalten können, weil ihr mir Kraft gegeben habt.“

Ein Ziel des neuen Gruppensprechers ist es, wieder mehr jüngere Menschen für die Arbeit von Amnesty International zu gewinnen, sei es für die Gruppenarbeit, bei Brief- und Unterschriftenaktionen in Fällen von Folter oder drohender Todesstrafe oder für Informationsstände in der Öffentlichkeit. Siwitza ist schon seit Jahren in Schulen unterwegs, um dort über die Menschenrechtsarbeit aufzuklären und wird dies auch weiterhin tun.

Die Gruppe trifft sich regelmäßig im Rosenheimer Bildungszentrum, Pettenkoferstraße 5, das nächste Mal am Dienstag, 16. März, um 19.30 Uhr. Weitere Informationen gibt es unter www.amnesty-rosenheim.de auf der Homepage. bi –

OVB 13./14.3.2010

 

30. März 2019