Gottesdienst in der Alt-Katholischen Kirche

7.4.2019. Gisela hält regelmäßig gemeinsam mit Ellen oder Sabine in verschiedenen Rosenheimer Kirchen (Altkatholiken, Evangelische Erlöserkirche) während des Gottesdienstes Lesungen und informiert dort über aktuelle Amnestyfälle.

Für viele Länder ist es wichtig, zur großen Staatengemeinschaft dazu zu gehören, weshalb sie die Charta der Vereinten Nationen unterzeichnet haben. Und doch halten sich manche nicht daran, vielmehr betreiben sie aktiv eine Kultur der Unterdrückung.

Auch hat die Verfolgung von religiös Andersdenkenden zugenommen: besonders Christen trifft das, wie das Beispiel der jungen Frau    Asia Bibi in Pakistan gezeigt hat. Sie wurde 2010 wegen Gotteslästerung zum Tode verurteilt mit recht fadenscheinigen Beweisen. Auf Grund des weltweiten Protestes wurde das Todesurteil 2018 aufgehoben, sie wurde freigesprochen. Nachdem der fanatische Mob eine Überprüfung des Falles forderte, musste sie sich so lange in Pakistan verstecken, bis der Freispruch bestätigt wurde. Am 8. Mai 2019 kam in den Nachrichten die Meldung, dass sie nach Kanada ausreisen durfte.

Ein weiteres Thema der Lesungen war die Demokratische Republik Kongo. Zahlreiche bewaffnete Gruppen kämpfen dort gegeneinander oder gegen die staatliche Armee. Jede Gruppe versucht möglichst viel politische Macht und Reichtum zu bekommen.In diesem politischen Chaos starben in den letzten 20 Jahren Millionen von Menschen.

Besonders schlimm ist die Situation der Kinder, die durch diese Konflikte zu  Opfer von Missbrauch und Menschenrechtsverletztungen wurden. So wissen wir von mindestens 492 Kindern, die im Jahr 2017 aus ihren Dörfern weggefangen und als Kindersoldaten zum Dienst mit der Waffe gezwungen wurden. Die Mädchen wurden als Arbeits- und Sexsklavinnen missbraucht.  Link

(c) Sven Torfinn;

Wenn einigen von ihnen die Flucht gelingt und sie es bis in die Hauptstadt Bukawu schaffen, hilft ihnen dort der Arzt und Chirurg Denis Mukwege. Er hat für seine Behandlungen dieser schwer zerstörten Frauen den Friedensnobelpreis bekommen. 

Die Regierung des Landes ist unfähig zur Befriedung. Sie setzt die Verfolgung der Menschenrechtsverteidiger fort, hat das Recht auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit schwer eingeschränkt. Auch ausländische NGO Helfer werden in ihrer Hilfstätigkeit behindert. Kongolesische Helfer, die den ehemaligen Kindersoldaten und Mädchen, die Opfer sexueller Gewalt geworden sind, mit medizinischer und psychologischer Hilfe wieder ein normales Leben ermöglichen wollen, werden nicht nur in ihrer Arbeit behindert, sie werden sogar mit dem Tod bedroht.

Der Pfarrer der Altkatholiken, Dr. Golob, fördert unsere Arbeit, indem er in seiner Predigt von Amnesty Fällen berichtet – dieses Mal das Autofahrverbot für Frauen in Saudi Arabien – aber auch Amnesty finanziell unterstützt.

Erfolgsmeldung:

Der ägyptische Arzt Haytham Mohamdeen war seit 18. Mai 2018 in Haft, weil er die mutigen Ärztinnen vertreten hatte, die im Rehabilitationzentrum in Kairo Folteropfer betreuten. Der Anwalt kam auf Grund der internationalen Proteste frei und schrieb: „Ich danke Amnesty International für die Solidarität und Unterstützung und auch den Aktivistinnen und Aktivisten, die sich für mich stark gemacht haben. Das hat sehr dazu beigetragen, dass sich meine Haftbedingungen verbessert haben und ich letztlich freigelassen wurde“

10. Mai 2019